Naturschutz trifft Berufsschule: Schule baut Brutröhren für Stockenten

Bassum/Syke – Naturschutz hautnah erleben und dabei handwerkliche Fähigkeiten erwerben – diese Verbindung ist an der BBS Wesermarsch auf besonders nachhaltige Weise gelungen: Als Pilotprojekt wurden unter Anleitung des Fachpraxislehrers Herrn Schnibbe spezielle Brutröhren für Stockenten gebaut. Die Röhren bestehen aus verzinktem Metallgitter, gefüllt mit Heu und Stroh – ein geschützter Ort zum Brüten, direkt über dem Wasser.

Die Idee dahinter: Die Brutröhren sollen Stockenten eine sichere Alternative zu den am Boden liegenden Nestern bieten, die oft Opfer von Raubwild wie Füchsen werden. Deshalb werden die Röhren rund zwei Meter vom Ufer entfernt und etwa 60 Zentimeter über der Wasseroberfläche angebracht – direkt im Wasser, wo Bodenfeinde sie kaum erreichen können.

Platz finden diese Nisthilfen auf einer besonderen Fläche in der Jägerschaft Syke, Hegering V im Revier Eschenhausen-Osterbinde, die von den Revierpächtern mit dem NABU Syke betreut wird. Bereits seit 1996 wurde hier ein vielfältiges Naturschutzareal aufgebaut – mit Teichen, Blänken, Wallhecken und einer großflächigen Streuobstwiese. Die Fläche dient als Kompensationsmaßnahme für verschiedene Eingriffe in Natur und Landschaft, unter anderem im Zuge des Baus der Umgehungsstraße Bassum, die 1992 fertiggestellt wurde.

Am 15. Oktober 2025 montierten die Jäger des Reviers Eschenhausen-Osterbinde gemeinsam mit Jungjäger Heiner Schnibbe, Fachpraxislehrer für Tischlerei und Bootsbau, sowie dem freiwilligen Helfer Jungjäger Hauke Wiggers die Brutröhren. Die Montage wurde bewusst gegen Jahresende durchgeführt, um die Witterungsbeständigkeit der Röhren unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen zu testen. In der BBS Wesermarsch wurde die Wicklung der Röhren mithilfe eines speziellen Verfahrens unter einer Spannung von 115 kg aufgebracht, um eine erhöhte Wetterfestigkeit sowie einen geringeren Wartungsaufwand zu gewährleisten. Die Jäger des Reviers und Herr Schnibbe werden den Zustand der Röhren bis Ende Februar regelmäßig dokumentieren. Ab März wird mit der Annahme der Brutröhren durch Stockenten gerechnet.

Fazit: Natur braucht Engagement – und Teamwork

Die Herstellung und der Einsatz der Brutröhren für Stockenten sind nur ein Beispiel dafür, wie viele Hände zusammenwirken: Berufsschule, Jägerschaft, NABU, Stadt Bassum und zahlreiche Ehrenamtliche zeigen, was möglich ist, wenn Natur- und Artenschutz gemeinsam angegangen wird. Die Fläche im Revier Eschenhausen und Osterbinde ist damit nicht nur ein Refugium für Tiere und Pflanzen – sondern auch ein Ort der Begegnung, Bildung und Wertschätzung für das, was unsere Umwelt lebenswert macht.

Ein großer Dank geht an die Schulleitung der BBS Wesermarsch am Standort Brake, der Jägerschaft Syke, Frau Wöhler-Pajenkamp vom NABU Syke und den freiwilligen Jungjägern bei diesem Projekt.